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Samstag, 28. Februar 2015

Februar 2015 - Auroville, Mamallapuram, Chennai

Kommunen und Goodbye incredible India

Das esoterisch angehauchte Auroville (Stadt der Morgendämmerung) wurde von einer französischen Schülerin und Nachfolgerin (the Mother) des Sri Aurobindo in den Hippiejahren gegründet. Die spirituell wirkenden Kommunen beherbergen an die 2000 Leute aus allen Altersklassen. Das wichtigste Element ist die Harmonie egal von welchem Land oder Religion die Person kommt. Die Zukunftsstadt soll irgendwann auf 50000 Leute wachsen.  Das Zentrum dieser Stadt bildet das futuristische Matri Mandir, welches in etwa 40 Jahren errichtet wurde, es ist ein futuristisches Meditationszentrum.


Bei unserem Besuch in Auroville wurde uns leider keinen Zugang ins innere ermöglicht. Auroville hat etwas magisches und bietet dank der grossen Menschendiversität visionäres, spirituelles und inspiratives denken. Uns hat der kurze Abstecher in diese Welt gefallen. Die Möglichkeit sich hier zu entfalten scheint riesig, aber auch hier ist der spirituelle Hintergrund nicht unbedingt unsereiner. Auch beschleicht uns die Annahme, dass sich Indien für viele Westler wie ein Spielplatz anfühlt in dem man sich noch so richtig verwirklichen kann. In der nahegelegenen Pizzaria welche auch als E-Tankstelle fungiert wird eine hervorragende Pizza verdrückt und per Scooter cruisen wir auf dem grossen Aurovilleareal rum von Kommune zu Kommune bis der Sprit zur neige geht und wir den Heimweg antreten.


Das nächste Ziel heisst Mamallapuram, hier treffen wir auch noch mehr französische Touristen als in Pondicherry. Die Stimmung ist nett aber für uns zu touristisch angehaucht. Verbringen 2 Tage damit, die urgeschichtlichen Steinmetzwerke anzuschauen und per Fahrrad das Umland zu erkunden bevor wir nach Chennai aufbrechen.



Es scheint als lernen wir in Chennai, Indien nochmals so richtig neu kennen. Hier begleitet uns ein Schlepper ins Hotel damit er die Provision kassiert, nach 3 Monaten Indien ist dies das 1. Mal wo wir es zulassen. Auch bekommen wir in den Curryrestaurants kein richtig vegetarisches Essen, aus dem servierten Biryani werden vor dem servieren die Fleischstücke entfernt. Am Flughafen machen wir Bekanntschaft mit dem inkompetentesten Bodenpersonal, welches vermutlich froh sein kann das Wort Computer überhaupt zu buchstabieren. Aber diese Lapalien sind nicht weiter schlimm, nach 3 Monaten ab und auf in einem facettenreichen Land wie wir es noch nie erlebt haben. Indien trotz schwierigem Start bist du eine Reise wert und wenn wir schon nochmal nach Nepal kommen, werden wir deinen Norden auch miteinbeziehen!

Mittwoch, 25. Februar 2015

Februar 2015 - Kumily, Madurei, Pondicherry

Reisestress und das Versöhnungsgipfeli

Hals über Kopf verlassen wir Kumily, obwohl die Unterkunft uns gefällt und auch die indischen Meals lecker schmecken. Doch irgendwie plagt uns die Reisemüdigkeit. Oke vielleicht liegt es auch daran, dass wir nach dem Chitwanjungeldesaster etwas Angst vom Junglebetrieb haben.
Das nächste Ziel heisst Madurai im Staat Tamil Nadu. Wir staunen nicht schlecht, als wir im Staatsgrenzdorf auf eine intakte Staatsgrenze mit Schranken stossen. Nachdem wir diese passiert haben wird uns schlagartig klar, dass wir vom reichen Kerala nun in das ersichtlich ärmere Tamil Nadu wechseln.




Unser Busfahrer scheint sich derart auf seinen Feierabend zu freuen, dass er dem Gefährt aber so richtig die Sporen gibt. Ein plötzlicher Knall in Streckenhälfte meldet, dass der rechte Vorderreifen der Belastung nicht Stand gehalten hat. Unser Chauffeur bringt den Bus durch Geschick und mit viel Glück bei hoher Geschwindigkeit zum stehen. Die Insassen nehmens gelassen, wir sind heilfroh das nichts schlimmeres passiert ist. Kaum aus dem Bus ausgestiegen, werden wir von einem Inder angesprochen, der sein Auto vor den demolierten Bus anhielt. Er bietet uns an, den Restweg nach Madurai mitzunehmen. Nach kurzem zögern steigen wir zu und die Fahrt wird fortgesetzt. Es bleibt nicht einmal mehr Zeit ein Beweisfoto zu schiessen. Im neuen Beförderungsmittel sitzen 2 weitere Inder. Alle sind geschäftlich auf dem Weg ins Büro von Madurai und arbeiten im Stromtransformatorenwesen. Nach 30min und einigen Stromsinn- und Unsinnsdiskussionen sind wir in der Stadt.



Das unser Loose Reiseführer von 2012 nicht mehr so ganz der Realität entspricht entpuppt sich nun bestens. Es heisst hier gäbe es für jeden Geldbeutel ein geeignetes Zimmer. Doch das einzige "Budgethotel" mit Dusche bietet Räume für 600Rs (Preis nicht verhandelbar) an. Auch die Suche nach günstigen alternativen entwickelt sich zum Fehlschlag. Im Stimmungstief und schweissnass kehren wir zurück, wo man uns hämisch empfängt.


In Madurai intressieren wir uns für den sehenswerten Sri Meenakshi-Sundareshwarar Tempel, welchen es zu besichtigen gilt. Nach 30h Aufenthalt und den Tempelfotos in der Tasche bringt uns ein Nachtbus  nach Pondicherry wo wir französisches Flair und Essen erhoffen. Den Fehler ein harntreibendes Getränk zu trinken, unterlassen wir diesmal.



Bonjour à Pondicherry, französisch ist hier noch vieles geprägt, von Croissants, Kaffee und Kolonialhäuser. Erneut müssen wir wieder länger suchen, bis ein geeignetes Zimmer ausgemacht wird. Leider lässt der Standart zu wünschen übrig, was gar nicht französisch ist und obwohl hier viele Touristen verkehren. Es war die Aussicht auf günstiges Bier und kontinentales Essen, weshalb wir in Pondicherry abgestiegen sind.
Unsere Zimmersuchstrapazen, das schnelle durchreisen sowie auch Veränderungen in der Heimat fordern ihren Tribut und die Stimmung zwischen Carmen und mir scheint ihren 0 Punkt gefunden zu haben.
Abhilfe schafft ein guter indischer Tropfen Wein und die Erkenntnis das nach 5 Monaten dauerzusammensein  es nun halt mal ein Zwischentief geben kann. Trotz unserem Motto "To the World's End" geht die Welt aber für uns noch lange nicht unter. Daraus bestärkt mieten wir uns nach reichhaltigem Schoggigipfelifrühstück einen Scooter und fahren nach Auroville.





Montag, 23. Februar 2015

Februar 2015 - Ashram, Backwaters, Kumily

Ein Hug für die Liebe, Backwaters und ein Gedanke an die Umwelt

Ammas Liebe umhüllt uns in ihrem grossen Ashram in Amritapuri. Hier finden bis zu 3000 Menschen platz für Yoga, Meditation, Spiritualität und als Krönung empfangen sie die fast täglichen Hug's der Gründerin Amma.


Wir werden Augenzeuge der vielen westlichen Besucher, die sich in der grossen Anlage in weissen Gewändern bewegen. Es scheint etwas kurlig doch alle behandeln uns nett und shanti. Zudem werden einem keine grossen Bürden auferlegt. Wir bekommen die "Chance" 2h am Tag für's Ashram zu arbeiten. Einen Tag von insgesamt 4 nehmen wir diese auch war. Entweder wir haben das Arbeiten verlernt oder wir vertrösten uns, dass wir auch zu Hause noch genug Geschirr spülen können. Eine Umarmung von Amma wäscht unser Gewissen wortwörtlich wieder rein, obwohl wir kein Wort verstehen, was die Liebe uns da ins Ort chüschelet (flüstert). Es ist spannend die Leute zu beobachten, die sich in ihre Arme legen. Noch viel spannender sind die von uns bezeichneten "Jünger" die Amma auf Schritt und Tritt verfolgen und selbst neben den Umarmungszeremonien nicht von ihrem  "Thron" weichen. Die Zeremonien werden untermalt mit spiritueller Musik und Gesang. Amma geniesst hier sowas wie ein Popstarstatus. Anfänglich standen wir dieser Institution skeptisch gegenüber, doch wir kommen zum Schluss, dass die Amma-Organisationen sehr viel Karikatives tut für Indien und die Welt.


Nach 4 Tagen, einer Umarmung und Zeit für uns nehmen wir Abschied vom Ashram, mit Kurs auf Alappuzha, wo uns die Backwaters erwarten. Diese entäuschen ein wenig, denn die Kanäle sind teils sehr breit. Auch ist Baden nicht angesagt, da die Waters mit Müll verseucht sind, dass wiederum vielen Quallen Nährboden liefert. Schade eigentlich, denn die Werbung verspricht einem mehr!  So bleibt ein gespaltener Eindruck und die Frage, warum die Menschen nicht begreifen dieses Ökosystem, das ihrer Heimat entspricht, besser zu schützen. Doch egal, welches Land wir schon besucht haben, die Umweltbelastung ist überall erschreckend hoch. Dies gibt einem schon zu denken, doch vielleicht braucht es diese Erkenntnis für die Zukunft.

 

Mittels Bus erreichen wir Kumily wo wir evtl. einen Abstecher ins Periyar Wildlife Sanctuary wagen um erneut die Tiger und Elefanten aus dem Busch zu klopfen!


Mittwoch, 18. Februar 2015

Januar 2015 - Kochi, Varkala

In kultinarischer Mission und ein Revival hoch 2 und 3

Wir fahren im Bus vom Berg zur Küste. Erneut heisst das Ziel Kochi und erneut haben wir das gleiche Hotel dort gebucht. Ebenfalls gönnen wir uns die kulinarisch geilen Katirollen, bestehend aus Geflügel oder Paneer gefüllten Chapati die, die Grösse und Form der bei uns üblichen Kebab's haben. Mmmhhh lecker schmecker!
Die Streetart und die Biennale stehen diesmal auf dem Programm. Die Kunst ist interessant und bietet viele interessante Einblicke in die Themen Wissenschaft und Universum. Man könnte meinen unser 2. Besuch in Kochi kommt der, einer kulturellen, kulinarischen Mission gleich!








Eigentlich wollten wir nach Alappuzha fahren doch uns wird weiss gemacht, dass tagsdrauf ein Streik der öffentlichen Verkehrsmittel stattfindet. Da wir morgen einen Schiffsausflug auf den Backwaters geplant haben kann dieser also scheitern. Kurzes grübeln und aktivieren grauer Hirnzellen und schon fahren wir Richtung Varkala wo uns ein wiedersehen mit Thomas bevorsteht.




Der Pliger und Ferienort Varkala bietet eine viel grössere Touri-Infrastuktur als die vom Gokarna. Der Strand ist dementsprechend gut gefüllt. Am Strand tönt es oft nach Trillerpfeifen der indischen Rettungsschwimmer, die aber zu unserem Leidwesen keine Spur an Sexappeal aufweisen wie die Baywatchkollegen aus Malibu. Ihr Pfeifkonzert gilt aber nur gegenüber indischen Touristen, die sich in den Strandabschnitt wagen wo alle anderen Touristen sich sonnen und baden. Das scheint hier strengstens verboten, auf Nachfrage bei den Lifeguardverschnitten dürfen das die Inder nicht, wegen Meeresströmungen und den indischen "Schwimmkünsten". Da wundert es uns nicht, dass es oftmals zu verbalen Auseinandersetzungen zwischen der indischen Klassengesellschaften kommt. Auch wir empfinden diese Regelung als diskriminierend und entfremdend. So werden wir Augenzeugen einens indischen Catfight kurz vor Sonnenuntergang, als ein beherzter Vater mit seiner kleinen Tochter die "Strandgrenze" überschreitet. Der Fight ist lustig anzuschauen und würde so manchen Material Arts Fan extrem enttäuschen!



Auf den Klippen stehen zahlereiche Restaurants, Massagestudios und Souvenirläden. Die Preise sind sogar für Kerala eher hoch. Wir lassen es uns aber deswegen nicht nehmen fast jeden Abend den frischen Meeresfisch zu probieren, welcher teils sehr schmackhaft präsentiert wird. Um Lokale die ihren Fisch drehen und 2 mal anpreisen machen wir aber einen grossen Bogen.
Unser Bungi bietet eine schöne Aussicht auf einen grün gepflegten Garten. Überall wird mit Ayurvedamassagen und Yoga geworben. Der 1. Yogakurs ist sehr anstrengend und es wird uns blitzschnell klar, das die Beweglichkeit noch einiges zu wünschen übrig lässt. Die Ayurvedamassage fühlt sich im Grunde genommen nicht schlecht an, doch einfach so splitterfasernackt da liegen und von einem Inder bzw. einer Inderin durchknetet zu werden trübt das Erlebnis dann doch recht eindeutig.
Es ist soweit Kapitän Dennis nimmt uns in seiner Nussschale mit zum Delfin beobachten, sogar mit ihnen schwimmen sei möglich, wenn wir denn je welche zu Gesicht bekommen. Irgendwie passt auch dieser Ausritt zum eher unbefriedigenden Varkala Gesamtpaket, denn Delfine sehen wir trotz der Kapitänsanstrenungen an diesem Tag keine.




Immerhin trösten wir uns mit dem Anblick von Fischerbooten, die ihre Fracht einsammeln und am Abend dann wieder für uns parat stehen. Auch können wir uns damit abfinden kein Wettschwimmen mit den Delfinen zu haben, da wir sie 2 Tage früher, gerademal 20m vor Küste tollen sahen. Nach 1 Woche ist's genug wir verabschieden uns das letzte mal von Thomas und brechen auf in ein neues Abenteuer nahmens Ashram!

Samstag, 14. Februar 2015

Januar 2015 - Munnar

Honeymoon zu dritt im Grünen

Mit dem Bus geht's in die Höhe nach Munnar. Hier warten tonnenweise Teeplantagen auf ihre Pflücker. Das Hochland ist enorm grün in unterschiedlichsten Facetten. Da wir kommunikativ mit Thomas (Österreicher aus Gokarna) in Kontakt standen, gabelt er uns nach der Ankunft auf. Sein Zimmer, für das 600 RS pro Nacht fällig werden, ist eher schlecht als recht, doch für eine Nacht tut's. Der Liquershop ist unweit entfernt und wir feiern das "altbekannte" Wiedersehen! Tag's drauf werden wir von der Verwaltung aus dem Zimmer geschmissen, da wir nicht bereit sind 900Rs für dieses Loch zu zahlen. Zu dritt machen wir uns auf die Suche nach einer neuen Bleibe. Bei Greenwood Cottages werden wir fündig, zu dritt leisten wir uns die "Honeymoon" Suite in der "Villa", für gerade mal 100RS mehr als wir beim Loch gezahlt hätten. In unserem Breitengrad wäre die sagenumwobene "Honeymoonsuite" eine stinknormale 2 Zimmer Wohnung  dennoch wir haben eine Küche und warmes Wasser sowie die Aussicht ins Grüne.



Mit der vorhandenen Küche ergeben sich viele Möglichkeiten. Zum 1. Mal auf der Reise können wir uns nach Lust und Laune selbst verpflegen. Auf dem Markt decken wir uns mit Gemüse, Eier, Toast und Spaghetti ein, so steht u. a. dem Verzehr von Nudeln mit Tomatensauce wie auch Toast Hawai nichts mehr im Weg.



Da wir doch einige Höhenmeter hinter uns haben werden die Nächte sehr lau. Wir lassen die Nacht mit Bier und einigen Partien "Shithead" ausklingen. Tag's drauf mieten wir uns eine Rikscha um die Umgebung zu erkunden. Die 35km durch's Tal ziehen sich enorm. Aber die Landschaftseinblicke entschädigen uns immer wieder auf's Neue. Thomas verlässt uns am darauffolgenden Tag da er an den Strand von Varkala abreist. Varkala liegt ebenso auf unserer Route doch wollen wir von der gemütlichen "Honeymoonsuite" gebrauch machen und in den Teefeldern spazieren gehen.



Montag, 9. Februar 2015

Januar 2015 - Gokarna, Kochi

Jahresstartsitzungen und der berühmte Catwalk

Andy's Traveljahr 2015 beginnt mit vielen Sitzungen auf dem Klo und Bauchkrämpfen. Irgendwie scheint da der Wurm drin zu sein. Nach 5 Tagen Abmagerungskur ist die Sache ausgestanden. Statt Reispudding mit Bananen und Kohlentabletten gibt's mal wieder eine der besten Indienpizzas mit Tuna.





Eigentlich wollten wir schon vor 5 Tagen nach Mysore aufbrechen, doch was gibt man nicht alles für Strandferien, in den Ferien! Das Dolphin Shanti mit seinen Bewohnern gefällt uns dermassen gut. Doch auch hier endet's, wenn's am schönsten ist.


Die Weiterreise führt via Bus und Zug etwas umständlich nach Kochi. Hier erwarten uns viele nette Leute und ein eher westliches flair. Wer nach Indien kommen mag und nicht gerade mit Kulturschock wieder umkehren möchte, der ist mit Kochi sehr gut beraten.




Hier ist es derweil heiss, dass kurze Ausflüge genügen um sich schnellstmöglichst abzukühlen durch Eiscrème oder einer erfrischenden Dusche! Da allmählich unserer Kleidungsstücke in Mitleidenschaft gezogen werden und wir auf den Fotos/Videos nicht immer mit den gleichen Sachen rumrennen mögen, statten wir der Lulu-Mall (ja wirklich, so heisst der Laden) einen Besuch ab. Nach kurzem Kaufrausch inkl. Schaulauf der neu erworbenen Kleider geniessen wir einen feinen überteuerten Kaffee und verlassen schliesslich den klimatisierten Megakomplex mit eingebauter Schlittschuhbahn und einem Jahrmarkt. Kurz vor unserer Abreise werden wir auf die Streetart und die damit zusammenhängende Biennale aufmerksam gemacht. Das gefällt uns so gut, dass wir nach einem Stop in Munnar evtl. nochmals in Kochi vorbeischauen wollen.




Dienstag, 27. Januar 2015

Dezember 2014 / Januar 2015 - Gokarana

Sun, Fun and nothing to do!

Paulo Travel nennt sich das Busunternehmen welches uns nach Gokarna verfrachtet. Im Doppelschlafabteil lässt sich bequem Reisen, wäre da nicht die gefüllte Blase, die uns auf halber Fahrt überrascht und die unausweichlich geleert werden muss! Somit wird die Busfahrt zur wörtlichen "Zerreisprobe". Die ersehnte kurze Pinkelpause kommt platzend rechtzeitig. Weiter fährt's. Mitten in der Nacht wechseln wir den Bus und fahren direkt an den OM Beach. Es ist  5:00 und wir beschliessen uns in den Strand zu flacken um den Tagesanbruch zu erwarten.


Die 1. Sonnenstrahlen kitzeln unsere Nasen, es wird ein warmer Tag werden. Wir suchen eifrig nach Gästhäusern, die noch nicht komplett ausgebucht sind. Nach etwa 1h finden wir ein nettes Bungi mit super Aussicht auf Strand und Meer.




Dolphin Shanti wird für die nächsten Tagen zu unserer Bleibe. Eine internationale Starbesetzung, bestehend aus 2 Kolumbianerinnen (Paula und Lorena), einem Österreicher (Thomas) 2 Deutschen (Karoline, Andreas) einer Amerikanerin (Brianna) und einem Japaner (Tac) sorgt für die nötige Entspannung (Shanti)!
Gemeinsame Ausflüge an die umliegenden Strände Kuddlebeach umd Paradise, wobei bei letzterem keine Infrastruktur vorhanden war und wir so nach alter Pfadfindermanier mit Schlangenbrot, Kartoffeln im Feuer uns ernährten.


Auch aufregend waren die Frisbeechallenges zwischen den Klippen, Gemeinsames dinieren von Pizza, vernichten von diversen Flüssigkeiten, Shithead spielen, Bonfire mit Aux Champs Elysées singend und Gitarrenklängen lauschend, der Versuch die angesagte Jungleparty an Silvester zu erreichen, sowie das tägliche abhängen in unseren Hängematten sind die nächsten 3 Wochen unser Programm! Alles natürlich im "Shantistyle"! Nebenbei rutschen wir am Strand zu Feuerwerk und "I'm your's"-Musik ins 2015 auf ein weiteres Traveljahr - Prost!



Samstag, 24. Januar 2015

Dezember 2014 - Hampi

Schmuggelgeschäfte zu Weihnachten


Wir haben keinen anderen Ort in Indien gesehen, der so viele leere Tempelanlagen beherbergt wie Hampi. Hier werden wir Weihnachten verbringen, richtige Weihnachtsstimmung? - Fehlanzeige. Ausser beim skypen mit Familie ändert sich die Gefühlslage, es wäre schon toll, sich am grossen Tisch zu versammeln, zusammen fein zu Essen und anzustossen. Doch so feiern wir halt im kleinsten Kreis gemeimsam.
Wie so vieles in Indien ist Hampi ein heiliger Ort an dem weder Bier noch Fleisch auf der Speisekarte steht. Aber was wäre Weihnachten ohne auch im kleinsten Kreis anzustossen? Wir beschliessen illegal Bier nach Hampi zu fördern. Geschmuggeltes Bier schmeckt um Welten besser, auch wenn es sich um Kingfisher Premium handelt.



6 volle Tage verbringen wir im warmen Hampi. Per Rad erkunden wir die Umgebung, die zahlreichen Reisfelder sind stechend grün und werden von zahlreichen Arbeitern zu Traktor, Munipflugtreibern und Ableserinnen bewirtschaftet.







Weiter geht's in mehreren Etappen zu Bananenplantagen welche durch zahlreiche Flüsse abgegrenzt werden. Weichen Felsformationen laden zu Kletterpartien ein. Diese paradisische Landschaft weiss zu gefallen. Etwas ausserhalb  von Hampi gibt es einen See in den man trotz Krokodil- und Schlangenwarnungen baden kann. Für unter 5 Fr. sichern wir uns ein Bungi mit Blick auf abgearbeitete Reisfelder nahe See's. Hier lässt es sich perfekt ausspannen in den Hängematten.



Mit den Fahrrädern auf welchen wir auch Bäfzger und Porteromeus mit genommen haben, besuchen wir Vanessa, welche wir bereits in Kathmandu auf der indischen Botschaft kennengelernt hatten und welche Indien nun mit ihrem Freund bereist.




Wir haben uns einiges zu erzählen und tauschen indische Erfahrungen aus! Time is passing by, mit neuem Haarschnitt gilt es Hampi über Hospet nach Gokarna zu verlassen.




Mittwoch, 21. Januar 2015

Dezember 2014 - Way to Hampi

Rage against Rajiv

Es ist schon dunkel als wir das Leopold Restaurant verlassen. Das Essen war miserabel und total überteuert. Einzig die Einschusslöcher in den Wänden und die Wache vor dem Einlass erinnern an die Anschläge in Mumbai von 2008. Aber die Tatsache, dass es sich um das schlechteste Essen handelt, trübt das "Erlebnis" massiv.
Es folgt eine Fahrt in der gefährlichsten S-Bahn der Welt. Leute hängen sich waaghalsig an die endlos überfüllte Bahn. Es erstaunt deshalb nicht, dass es so viele tödliche Unfälle gibt wie sonst nirgends auf der Welt. Auch die 1. Klasse wir gestopft bis knapp unters Dach. Es erinnert an die Sleeper Fernzüge. Aussen ziehen die Slums von Mumbai vorbei.
Die Sleeperfahrt, welche uns nach Hampi bringen soll, beginnt angenehm geregelt. Plätze werden zugewiesen alles scheint ordentlich.



Der Zug hält auf einem Bahnhof um 2:00 nachts. Aprupt werden wir aus den süssesten Träumen geweckt. Ein netter Inder wir nennen in liebevoll Rajiv behauptet, dass wir auf seinem Platz liegen. Rajiv ist mit der netten Eigenschaft ausgestattet, zuerst handel dann schauen. Zudem blockiert er alle Leute, die in andere Abteile wollen. Rajiv wirkt agressiv und da wir schlaftrunken nicht wie von ihm gewünscht unseren Platz räumen, werden die stauenden Inder im Gang ebenfalls handgreiflich forden uns auf aufzuwachen und die Plätze frei zu geben. Mein Geduldsfaden spannt sich wie eine Gitarrenseite und ich fordere jeden Inder auf ihre Hände von mir zu nehmen, gefolgt von einem bösen Blick, der für die nötige Distanz sorgt. Rajiv weckt nun auch noch Carmen und mir reisst die Geduld engültig. Ich zeige Rajiv unsere Zugtickets und zeige auf die Platzbeschriftungen. Leider sind die Nummerierungen in diesem Abteil anders als in den anderen Wagen und haben kein lineares System. Dennoch liegen wir richtig auf den uns zugewiesenen Liegen. Rajiv möchte noch diskutieren doch mein Todesblick genügt, damit er sich kurzum mit der untersten Liege zufrieden gibt. Nach dieser Aufregung verschwinden wir erneut ins Reich der Träume.



Am morgen danach richten wir uns auf und klappen die Liegen runter, damit man sich normal hinsetzen kann. Unser Unruhestifter erscheint am Tag viel kleiner und schmächtiger als noch in der Nacht. Auf meine Frage, ob er gut geschlafen habe wirkt er verlegen. Carmen und ich trinken Chai der in den Zügen regelmässig ausgeschenkt wird. Die Fahrt dauert noch einige Stunden und wir verpflegen uns von den indischen Eleventinas die im Zug auf und ab gehen.
Endlich erreichen wir unser Ziel. Rajiv liegt in Embryostellung und schläft vor sich hin. Der Zug stoppt. Wir verabschieden uns von den Mitreisenden mit denen wir Gespräche geführt haben. Ich lass es mir nicht entgehen unseren Rajiv mit meiner als unrein geltenden linken Hand heftig zu schütteln um ihn aus seinem Schlaf zu wecken! Danach verlassen wir den Zug. Rache ist süss und in diesem Fall, die Meinige!




Montag, 19. Januar 2015

Dezember 2014 - Udaipur, Ahmedabad, Mumbai und Hampi

Auf den Spuren des Octopussy

Dank des Wintereinbruchs und dem verbundenen abfallen der Temperaturen haben wir uns eine richtig schöne Erkältung eingefangen.  Der Ausdruck "Schiiser und chalt Ohre" trifft die Situation wie die Faust auf's Auge. Gut, dass wir uns in Udaipur 5 Tage wieder aufpeppen können, denn die nächste Fahrt wird satte 3 Tage andauern und unsere Reiseenergie beanspruchen. Mit immer 10-12h Aufenthalt in Ahmedabad und Mumbai. Udaipur liegt am Pichola See, dahinter sind kleine Berge. Unser gewähltes Hotel bietet von der Dachterasse einen idealen Überblick auf die wichtigsten Gebäude am und rund um den See. Es fällt schwer zu Glauben, dass vor einigen Jahren der See kein Wasser führte. Die Sonnenuntergänge tupfen den Himmel in prächtige Farben, während der Feuerball am Horizont langsam verschluckt wird. Die Szenerie ist blumig. Hier wird klar, warum Hollywood den James Bond Octopussy gedreht hat. Übrigens der Film ist ein echtes Amüsement aus den 80ern!




Bei der warmen Tagestemperatur würde man am liebsten in den Pichola Lake springen, leider hat der See auf dem sich der gute James (im Film) von reizvollen Damen auf einer Galeere zum Taj Hotel "chauffieren" liess, ein ebenbürdiges Manko wie der Ganges. Im Hotel kreuzen 2 Engländerinnen unseren Weg, die wir schon in Jaisalmer im Surjahotel kennengelernt hatten. Dank Ayurveda genesen wir schnell und treten die lange Reise gegen Süden an.
Kurz vor Abfahrt gönnen wir uns vom Strassenrand eine Köstlichkeit! Für unter 1Fr. kriegen wir einen so liebevoll zubereiteten Burger, dass sich Mc Donalds eine Scheibe davon abschneiden könnte!

Ahmedabad, eine Stadt ohne Nennenswertes. Wir müssen hier 10h warten. Da wir unsere Reiseenergie nicht gleich auf's Spiel setzen wollen, gönnen wir uns ein Hotel. Doch hier (um 06:00) ein Hotel zu finden, dass uns zwischenzeitlich aufnimmt, gestaltet sich schwierig. An einigen Receptionen werden wir abgelehnt, mit der Begründung, dass alle Zimmer belegt sind. Diese Ausrede stinkt zum Himmel, denn wir können uns nicht vorstellen welche Touris sich freiwillig hierher verirren sollen. Schliesslich findet sich eine Unterkunft. Der morgenstund liebhabende Receptionist erklärt uns auch gleich, warum für Ausländer es schwierig ist hier zu nächtigen, anscheindend komplizierte Regierungsbestimmungen. Dehli weiss haargenau wo sich jeder einzelne Touri aufhält, denn jedes Hotel muss ein detailiertes Onlineformular ausfüllen für ihre ausländischen Besucher. 
Die Reise von Ahmedabad nach Mumbai verläuft in der Sleeperclass einwandfrei, aber vielleicht sind wir uns das Züglifahren nun gewöhnt!


Mumbai, nach 3 Monaten vernehmen wir zum 1. Mal Meeresrauschen die Stadt ist riesig. Wir lassen uns von einem Schlepper die Sehenswürdigkeiten zeigen, an den Dobhi Gahts wird anscheinend die gesamte Wäsche Mumbai's gewaschen - sehr imposant. Erneut treffen wir auf die 2 Engländerinnen von Jaisalmer und Udaipur, little World in big India!




Freitag, 26. Dezember 2014

Dezember 2014 - Jaisalmer, Jodhpur

Eine Oase in der Thar und das Himmelblau zu Erden.

Die Station Old Delhi plazt aus allen Nähten. Uns wird hier schlagartig deutlich wieviele Menschen in Indien leben müssen. Auf der Bahnüberführung herrscht ein Gedränge, welches mit einem Platzangstkollaps in Verbindung gebracht werden kann. Seit 3 Minuten stehen wir vollbepackt mit Heidi und Carmens Ruki auf der
schmalen Treppe runter zu den Geleisen. Um uns rum viele zumeist männliche Einheimische. Daran zu denken wieviel menschliche Last eine solche Treppe bzw. die Bahnüberführung aushalten mag, wäre hier unangebracht. Schliesslich kämpfen wir uns durch bis zu den Geleisen.
Der Zug fährt ein und wir bekommen unsere reservierten Plätze. Erneut eine Hinduhimmelfahrt? Aber wie schon erwähnt in Indien kann sich jeder Augenblick sofort verändern. So auch hier. Kaum der 1. Aussenbahnhof Delihs angesteuert, schon Platzen erneut gefühlte 1000 Menschen in den Zugwaggon. Erneute Platzangstgefahr breitet sich aus.
Nach 3h Quetschfahrt können wir uns endlich auf unseren Plätzen verdient hinlegen und fahren schlafend Richtung Jaisalmer.
Die Nacht verlief ungewöhnlich ruhig und wir sind bei erreichen der grenznahen Stadt zu Pakistan munter wie 7.
Unser Indien-Führer und 2 Engländerinnen empfehlen uns ein Guesthouse im Fort, da das Fort aber lngsam unterspühlt wird sind wir etwas zwiespältig, ob wir mit unser Anwesenheit dem geschichtsträchtigen Bauwerk schaden sollen. Das Zimmer des empfohlenen Surjaguesthouse überzeugt uns dermassen das wir unseren "Artenschutz" über Board werfen und die Suite für mikrige 400Rs beziehen - Jackpot!




Dennoch werden wir uns zurückhalten im Wasserverschwenden. Da dieses Bauwerk sehr imposant ist und auch nach uns nicht in der sprichwörtlichen Sinnflut untergehen soll.
In Jaisalmer entspannen wir vom hektischen Katz und Mausspiel mit den Paparazzis von Agra und Delhi! Auch ist der Lärmpegel sehr bescheiden, da im Fort kaum Riskschas durchfahren und somit Hupen können. 4 Tage lässt es sich zu köstlichen Lassis und guten indischen Currys mit Blick auf die weite Wüste Thar super relaxen. Und der Rest der Gemütlichkeit erledigt unsere Suite! 1 Tag mieten wir ein Motorrad um die Umgebung Jaisalmers zu erkunden.

Dabei werden wir Augenzeugen wie sich Guides bei Kenotaphen in die Haare kriegen. Da seit etwa 2-3 Jahren deutlicher Tourismusrückgang zu verzeichnen sei scheint es so, als fingen sich gewisse Touribranchen selbst zu zerfleischen. Bei der Sam-Düne werden wir von aufdribgkichen Kamelführern beinahe vom Scooter gerissen. Alle wollen uns auf ihren Kamelen sitzen sehen. Die Penetranten vermasseln uns die Schönheit der Thar dermassen, dass wir den Rückzug zu unserer Oase (Suite) antreten. Auf einmal wird uns bewusst, wie wenig wir auf Touris gestossen sind, nicht nur in Jaisalmer, nein bis anhin in ganz Indien, ausser dem Taj Mahal. Wenn man in Indien Touris antrifft, so sind es meist etwas versiffte Persönlichkeiten die hier auf der Suche nach Yoga, Meditation und Opium sind. Nette Menschen die auf uns aber grösstenteil skurril wirken mit ihrer Art: Ich spüre in kribelndes Indien in mir! Solche Leute sind ihrem Büroleben entflohen oder schwören sich es nach ihren Ferien zu vollziehen. Dennoch mit einigen Gespräche zu führen ist witzig und unterhaltsam zugleich. Hare Krischna lässt grüssen.
Wir verlassen unsere geliebte Suite ungern frühmorgens doch der Zug bringt uns von hier nach Jodhpur.

In Jodhpur ist nur ein Kurzaufenthalt geplant. Die Blaue Stadt sieht aber auf den 1. Blick eher aus wie jede andere indische Stadt, auch sind Lärmpegel, Kühe und Hunde auf der Strasse und natürlich unsere geliebten Rikschaschnorrer nicht zu übersehen. Aber wenn man mal durch die riesige Tore des Meherangarh Forts schreitet, so scheint alles andere beilaufig. Ein interessanter Audioguide führt uns in die Vergangenheit wo die Kriege noch barbarisch waren. Nun gut, heute sind sie das ja auch... Vom riesigen Fort auf dem Plateau hat man eine schöne Aussicht auf Jodhpur. Von hier oben wird nun deutlich, warum man sie die blaue Stadt nennt...